Nach einer Zahnextraktion bleiben im Mund weiterhin lebende Bakterien zurück, insbesondere bei Personen mit schlechter Mundhygiene. Infektionen sind nach Zahnextraktionen recht häufig. Je nachdem, wie schlecht der Zustand des gezogenen Zahnes war, verschreibt der Zahnarzt möglicherweise Antibiotika, um das Infektionsrisiko deutlich zu verringern. In manchen Fällen können aber auch Antibiotika eine Infektion nicht vollständig verhindern.
Symptome einer Infektion vor und nach der Extraktion
Wenn Sie vor der Zahnextraktion eines der folgenden Symptome hatten, könnte dies bedeuten, dass bereits eine Infektion vorhanden war:
- Gesichtsschwellungen
- Geschwollenes Zahnfleisch
- Zahnschmerzen bei leichtem Druck
- Blutungen im Bereich der Extraktionsstelle
Falls schon vor dem Eingriff eine Infektion bestand, wird der Zahnarzt Ihnen höchstwahrscheinlich Antibiotika zur Einnahme nach der Behandlung verschreiben. Bei einem starken Abszess ist es zunächst notwendig, die Infektion mit Antibiotika zu behandeln, bevor der Zahn gezogen wird.
In manchen Fällen tritt die Infektion jedoch erst nach der Zahnextraktion auf, selbst wenn zuvor keine Anzeichen vorhanden waren. Ursache hierfür sind Bakterien. Nach dem Ziehen eines Zahnes ist die Mundhöhle einer erhöhten Bakterienaktivität ausgesetzt, und da die Wunde offen ist, können Bakterien leicht eindringen. Das Infektionsrisiko steigt zusätzlich dadurch, dass in den ersten 24–48 Stunden weder Mundspülungen verwendet noch Zähne geputzt werden können. Somit lässt sich der Mundraum in dieser Zeit nicht ausreichend sterilisieren, und die Vermehrung der Bakterien kann nur schwer verhindert werden.
Die wichtigsten Symptome einer Infektion nach der Zahnextraktion
- Erneute Blutung (gewöhnlich innerhalb von 48 Stunden nach dem Eingriff)
- Starke Schmerzen, die stärker statt schwächer werden
- Fieber (über 38 °C)
- Eitriger Ausfluss aus der Wunde
- Unangenehmer Mundgeruch
- Zunehmende Schwellung
Falls Sie eines dieser Symptome bemerken, sollten Sie sofort Ihren Zahnarzt kontaktieren.
Trockene Alveole (Alveolitis sicca)
Nach der Extraktion bildet sich normalerweise ein Blutgerinnsel in der Wunde, welches den Heilungsprozess schützt. Wenn sich dieses Gerinnsel löst oder sich nicht richtig bildet, kann es zur sogenannten trockenen Alveole kommen. Diese verursacht starke Schmerzen und verzögert die Heilung. Das Risiko steigt durch:
- Rauchen
- Benutzung von Trinkhalmen
- Übermäßiges Spülen des Mundes innerhalb der ersten 24 Stunden
Falls Sie eine trockene Alveole vermuten, sollten Sie unbedingt einen Zahnarzt aufsuchen, um die Wunde professionell behandeln zu lassen.
Wie pflegt man die Wunde nach einer Zahnextraktion richtig?
Um das Risiko einer Infektion zu reduzieren, ist eine korrekte Wundpflege entscheidend:
- Vermeiden Sie heiße Getränke und scharfes Essen.
- Essen Sie einige Tage lang nicht auf der Seite der Extraktion.
- Spülen Sie am ersten Tag den Mund nicht zu stark aus.
- Verwenden Sie kalte Kompressen auf der Wange, um Schwellungen zu reduzieren.
- Spülen Sie den Mund nach den ersten 24 Stunden vorsichtig mit Salzwasser aus.
Wenn Sie die Anweisungen Ihres Zahnarztes beachten, verläuft die Heilung normalerweise ohne Komplikationen.
Antibiotika und ihre Rolle
Manche Zahnärzte verschreiben Antibiotika präventiv bereits vor der eigentlichen Extraktion. Selbst wenn der Patient keinen Abszess hat, bevorzugen die meisten Zahnärzte, eventuelle Infektionen zuerst zu behandeln, bevor sie mit dem Eingriff beginnen. Der Grund dafür ist, dass Lokalanästhetika in infizierten Bereichen möglicherweise nicht gut wirken und der Zahnarzt dann größere Mengen des Betäubungsmittels verwenden müsste, um eine ausreichende Schmerzausschaltung zu gewährleisten.
Wenn ein Zahn sofort entfernt werden muss und keine Wartezeit möglich ist, lässt sich die Region trotzdem betäuben. Dies erfordert zwar eine höhere Dosis des Lokalanästhetikums, ist jedoch durchaus möglich. In manchen Fällen wählen Zahnärzte eine intravenöse Sedierung oder Lachgas, falls die lokale Betäubung nicht ausreichend wirksam ist. Bei der intravenösen Sedierung schlafen Sie in der Regel ein oder sind stark beruhigt, wodurch der Zahnarzt den problematischen Zahn schmerzfrei entfernen kann.
Heilungsdauer nach Zahnextraktion
Der Heilungsprozess dauert normalerweise einige Tage bis Wochen, abhängig von folgenden Faktoren:
- Komplexität der Extraktion
- Allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten
- Vorhandensein anderer Erkrankungen (wie Diabetes oder Immunschwäche)
Alternativen zu Antibiotika
Ist die Infektion nicht besonders schwerwiegend, empfehlen Zahnärzte manchmal natürliche antibakterielle Mittel:
- Mundspülungen mit Chlorhexidin
- Verwendung antibakterieller Gele
- Pflanzliche Spülungen (z. B. Salbei-Aufguss)
Wann sollten Sie einen Arzt kontaktieren?
Nehmen Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Zahnarzt auf, falls folgende Beschwerden auftreten:
- Schmerzen, die nach mehreren Tagen nicht nachlassen
- Fieber oder Schüttelfrost
- Starke Schwellungen im Gesicht
- Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen
Obwohl Infektionen schmerzhaft sein können und schnelle Maßnahmen erfordern, sind Antibiotika nach einer Zahnextraktion nicht immer nötig. Wenn Ihr Mund sauber ist und Sie keine ausgeprägten bakteriellen Probleme haben, können Sie die Wunde durch gute Pflege natürlich heilen lassen. Mundspülungen mit Salzwasser helfen, die Extraktionsstelle sauber zu halten. Wenn Sie die Stelle sorgfältig pflegen und die Anweisungen Ihres Zahnarztes beachten, sollten keine weiteren Komplikationen auftreten.